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Was erotische Rollenspiele sind, das weiß jeder. Zumindest theoretisch. Aber habt ihr solche Rollenspiele auch einmal gespielt? Wenn euch diese Erfahrung noch fehlt, dann solltet ihr das unbedingt so schnell wie möglich nachholen. Horcht zuerst einmal in euch hinein. Da ist doch bestimmt irgendwo eine Situation, die euch ganz besonders erregt, oder? Denkt einfach mal nach! Und in der Fantasie ist wirklich alles erlaubt!
Rollenspiel Fetisch
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Das ist ja das ungeheuer Schöne an solchen Rollenspielen; da werden auf einmal Dinge möglich, die in der Realität des Alltags undenkbar sind. Für manche ist es die Situation in der Schule, das Rollenspiel mit Lehrerin und Schüler oder umgekehrt mit Lehrer und Schülerin, was sie total fasziniert und erregt, wobei eben auch die Schüler schon erwachsen sind. Andere spielen gerne edler Ritter und holde Maid, Pirat und Gefangene und so weiter. Und apropos Gefangene – in Zusammenhang mit Gefangenen beiden Geschlechtes gibt es ebenfalls jede Menge erotische Fantasien und Rollenspiele, die man ausleben kann. Da könnte zum Beispiel eine ganz scharfe Polizistin einen gefesselten Gefangenen verhören. Oder ein böser Inquisitor nimmt sich eine verstockte angebliche Hexe vor. Das geht dann natürlich schon sehr in Richtung Sadomaso – und genau das ist auch der Bereich, wo Rollenspiele mit am häufigsten sind. Das ist auch kein Wunder; ist doch der Sadomaso Sex genaugenommen ein einziges Rollenspiel. Der Sklave ist ja nicht wirklich ein Sklave, die Domina nicht wirklich seine Herrin. Die Sklavin ist nicht wirklich eine Sklavin, und ihr Herr nicht ihr Gebieter.
Auch ohne dass man ein spezielles Rollenspiel aufbaut, wobei sich ja eine Herrin im alten Rom mit ihren Sklaven ebenso anbietet wie der Plantagenbesitzer mit seiner Leibsklavin, ist BDSM ein Rollenspiel. Das ist es auch, was viele nicht sehen, wenn sie sich so tierisch über die bizarre Erotik aufregen und laut schreien, das sei doch alles die pure Gewalt. Nein, ist es nicht. Nicht einmal wenn die mittelalterliche Folter nachgespielt wird, ist dies wirklich Gewalt, denn es ist lediglich ein einvernehmliches Rollenspiel. Aber lassen wir die Moralapostel einfach schimpfen. Die haben einfach nur keine Ahnung von dieser ganzen Materie BDSM und Rollenspiele, sonst würden sie solche Dinge nicht sagen. Das ist alles Make-believe, reine Fantasie, Rollenspiele. Man entkommt dem Alltag, indem man vorübergehend in eine ganz andere Rolle schlüpft als die, die man täglich hat. Falls man das überhaupt noch als eine Rolle spielen bezeichnen kann, den Alltag zu leben. Eigentlich ist es doch eher das wahre Selbst. Oder sind die Gestalten, die man in der Fantasie gerne wäre, das wahre Ich? Zumindest sind sie ja nun unbestreitbar Teil des eigenen Ichs. Und als solche können wir sie ohne schlechtes Gewissen annehmen und akzeptieren.
Wer schon einmal erotische Rollenspiele gespielt hat, der weiß auch, wie ungeheuer aufregend und entspannend zugleich es sein kann, solche Fantasien auszuleben. So man denn einen Partner findet, der dabei gerne mitmacht. Alleine machen Rollenspiele nun einmal keinen Spaß, das liegt in der Natur der Sache. Gemeinsam allerdings können sie eine Beziehung auf eine vollkommen neue Ebene heben und vertiefen. Es gibt allerdings ein paar Dinge, die man dabei beachten und bedenken sollte, damit ein Rollenspiel auch zum Erfolg wird und einem das Tor zu einer wunderbar bunten Fantasiewelt bietet, statt zum Fiasko zu werden. Zum einen sollte man es sich vorher zumindest bereits in etwa überlegen, was man nun eigentlich genau spielen will. Das bedeutet nicht, dass man sich nun selbst ein Drehbuch schreiben muss, mit genau vorgegebenen Dialogen. Das wäre ja eher langweilig. So genau muss man nun auch wieder nicht planen. Aber zumindest die Situation selbst und den groben Rahmen, die Entwicklung des Rollenspiels im Wesentlichen sollte man schon im Voraus bestimmen. Es gibt nichts Peinlicheres, als mitten in einem solchen Rollenspiel den Faden zu verlieren. Womit wir gleich bei einem zweiten Punkt wären – der Peinlichkeit. Ja, anfangs kann es einem von ungewohnt und ulkig bis affig und abartig alles vorkommen, wenn man das erste Mal solche Rollenspiele spielt. Wenn dieses Gefühl zu schlimm wird, sollte man vielleicht auch einfach eine Pause einlegen oder ganz aufhören.
Ansonsten aber gehört das schon dazu; es sind Anlaufschwierigkeiten, die einen nicht beunruhigen sollten. Zumindest nach einer gewissen Weile, vor allem aber auch mit häufiger Übung verliert sich diese Verlegenheit wie von selbst. Da Rollenspiele nicht alleine gespielt werden, sondern zu zweit, kann man über dieses Gefühl auch reden, vielleicht gemeinsam darüber schmunzeln, das macht es leichter. Gerade dieses gemeinsame Lachen verbindet sehr. Und übrigens – auch das grobe Drehbuch spricht man natürlich vorher mit dem Partner ab. Es sei denn, es geht um dominant-devote Rollenspiele, wo dem dominanten Partner ganz ausdrücklich die Entscheidungsbefugnis alleine überlassen wurde. Und selbst da ist es eigentlich sogar schöner, den anderen in die Planung mit einzubeziehen.
Und sei es nur, indem man Anweisungen dafür gibt, was der/die Sub alles zu beschaffen oder zu basteln hat. Damit sind wir gleich bei einem weiteren Punkt. Ganz wichtig für erotische Rollenspiele sind auch die Requisiten. Man muss sich jetzt nicht unbedingt in große Unkosten stürzen, sich historisch stilechte Kostüme und die passenden Möbel anschaffen und so weiter. Aber man sollte schon seine Überlegungen dazu anstellen, was man braucht, und wie man es sich beschaffen kann.
Vieles lässt sich dabei auch improvisieren; wobei Improvisation neben der Fantasie ohnehin der Schlüssel zu guten Rollenspielen ist. Aber eine gute Vorbereitung nimmt erstens oft der Verlegenheit sehr viel schneller ihre Schärfe. Und zweitens sind die Rollenspiele einfach erregender, wenn man einfach spielen kann und nicht zwischendurch noch zum Beispiel schnell ein Folterinstrument basteln muss, weil man das vorher versäumt hat. Gute Vorbereitung lässt die Szenen mit sehr viel größerer Leichtigkeit ablaufen. Und wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind, stürzt man sich einfach ins Vergnügen …
